Goldverbot – reelle Gefahr oder Schwarzseherei?

Die Weltgeschichte bestätigt, dass es immer wieder zu Goldverboten bzw. einer aggressiven Regulierung des Goldbesitzes kam.

Das wohl bekannteste Goldverbot erfolgte am 1. Mai 1933 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der private Besitz und Handel wurden kurzerhand verboten. Besaß man das Edelmetall musste man es von innerhalb 14 Tagen an eine staatliche Annahmestelle zu einem festgelegten Preis von 20,67 Dollar pro Unze verkaufen. Es galt eine Freigrenze von etwa 5 Unzen und auch Schmuck war von diesem Verbot nicht betroffen. Weigerte man sich sein Anlagematerial zu verkaufen musste man mit empfindlichen Geld- und sogar Gefängnisstrafen rechnen. Das Perfide (und Offensichtliche) dabei: neun Monate später, am 31. Januar 1934, legte die US-Regierung den Goldpreis pro Unze bei 35$ fest…

In Deutschland herrschte im Jahr 1923 sowie während der NS-Zeit ein Goldverbot.

Generell ist festzustellen, dass Staaten nur dann ein Goldverbot implementieren, wenn alle Stricke reißen, denn die großen Nachteile/Schwierigkeiten liegen auf der Hand:

  • Es ist eine extrem unpopuläre Maßnahme, bei der die Bürger ganz offensichtlich von ihrem Staat betrogen werden.
  • Die Umsetzung ist sehr umständlich, da es keine Übersicht über die Verbreitung des Edelmetalls gibt (anonymer Goldkauf).
  • Fraglicher Effekt: ist wirklich so viel Gold um Umlauf (bzw. eintreibbar), um damit auch einen Unterschied in einer maroden Staatswirtschaft zu erzielen?

Der Staat hat die Macht auf alle möglichen Vermögenswerte Zwangsmaßnahmen zu verabschieden und durchzusetzen. Dazu zählen natürlich auch Immobilien, die aufgrund ihrer Unbeweglichkeit auch sehr leicht anzugehen sind.

Gold gehört zu einer Anlageklasse, die sich davon bis zu einem gewissen Grad befreien lässt.

  • Man kann Gold anonym kaufen (neuerdings nur noch bis 2.000 €, siehe Beitrag vom 10.12.19).
  • Es lässt sich leicht verstecken (sehr hohe Wertdichte, die wenig Platz benötigt).
  • Es gilt als universelle Währung, mit der man weltweit bezahlen kann.
  • Der intrinsische Wert wird immer hoch sein.

Es ist wichtig, dass man sich Gedanken über die sichere Lagerung seines physischen Goldes macht. Die Aufbewahrung in Banktresoren oder Depots ist immer mit dem Risiko verbunden, dass die Regierung per Gerichtsbeschluss oder Zwangsmaßnahme Zugriff erhält. Auch vor diesem Hintergrund fallen Gold-ETFs als Anlageform meiner Meinung nach komplett raus.

Fazit: Ein Goldverbot ist in den nächsten Jahren eher nicht zu befürchten, da vorher andere Zwangsmaßnahmen deutlich größeren Erfolg versprechen. Wer sich allerdings absichern möchte, sollte sein physisches Edelmetall entsprechend erwerben und dann auch lagern – nur dann hat man hier nichts zu befürchten.

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