Information

Übernahme der Steuerschuldnerschaft nach § 13b Abs. 2 Nr. 11 UStG

Seit dem 01.07.2015 geht die Umsatzsteuerschuld für Lieferungen von Silber- und Platinmetallen über 5.000 € auf den Leistungsempfänger (Käufer) über, wenn dieser nach den Regelungen des Umsatzsteuergesetzes eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder ein Unternehmer – auch Kleinunternehmer – ist.

Dabei ist es unerheblich, ob die Metalle für unternehmerische oder nichtunternehmerische (private) Zwecke gekauft werden: Steuerschuldner ist der Unternehmer oder die juristische Person. Der Unternehmer muss den geschuldeten Umsatzsteuerbetrag gegenüber dem für ihn zuständigen Finanzamt angeben. Unter diese Regelung fallen auch Ärzte, pauschalierende Landwirte, Kleinunternehmer, sowie Banken und Versicherungen.

Demnach wird seit dem 01.07.2015 bei Käufen von über 5.000 € bei Silber- und Platinmetallen die Umsatzsteuer nicht mehr offen ausgewiesen wird und der Rechnungsempfänger (Käufer) hieraus die Vorsteuer ziehen kann. Nach §13UStG gilt der Anwendungsbereich der Steuerschuldnerschaftumkehr.

Das bedeutet, dass wir auf unseren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie müssen als Leistungsempfänger (Käufer) den Kauf der Metalle bei sich umsatzversteuern. Sollten Sie für den Kauf vorzugssteuerabzugsberechtigt sein, können Sie die Umsatzsteuer jedoch sofort wieder als Vorsteuer geltend machen.

Dieses Verfahren basiert auf der Rechtsgrundlage des §13 Abs. 2 Nr. 11 in Verbindung mit Abs.5 des UStG. Daraus geht hervor, dass die Steuerschuld auf einen Unternehmerkunden übergeht, wenn die Grenze von 5.000€ Nettowarenwert (pro Liefer-/Bestellvorgang) überschritten wird.

In der Anlage 4 des UStG sind die Gegenstände (edle/unedle Metalle) aufgelistet, die unter den §13 Abs. 2 Nr. 11 fallen: Platin und Silber in Rohform, als Halbzeug oder Pulver, Roheisen oder Spiegeleisen, Zink, Blei, Aluminium (in Rohform, Pulver, Flitter), nicht raffiniertes und raffiniertes Kupfer.

Übernahme der Steuerschuldnerschaft nach § 13b Abs. 2 Nr. 9 UStG

Bei der Lieferung von Goldgranulat liegt die Umsatzsteuerschuld beim Leistungsempfänger (Käufer), wenn dieser nach den Regelungen des Umsatzsteuergesetzes eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder ein Unternehmer – auch Kleinunternehmer – ist.

Dabei ist es unerheblich, ob das Goldgranulat für unternehmerische oder nichtunternehmerische (private) Zwecke gekauft werden: Steuerschuldner ist der Unternehmer oder die juristische Person. Der Unternehmer muss den geschuldeten Umsatzsteuerbetrag gegenüber dem für ihn zuständigen Finanzamt angeben. Unter diese Regelung fallen auch Ärzte, pauschalierende Landwirte, Kleinunternehmer, sowie Banken und Versicherungen.

Das bedeutet, dass wir auf unseren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie müssen als Leistungsempfänger (Käufer) den Kauf des Metalls bei sich umsatzversteuern. Sollten Sie für den Kauf vorzugssteuerabzugsberechtigt sein, können Sie die Umsatzsteuer jedoch sofort wieder als Vorsteuer geltend machen.

Kaufabwicklung

Um zu prüfen und festzustellen, ob diese Regelungen Anwendung finden, muss die Unternehmenseigenschaft des Unternehmerkunden (Käufer) nachgewiesen werden. Dazu benötigen wir die Mitteilung über die Vergabe der UStID-Nr. vom BZSt in Saarlouis oder alternativ eine Kopie des aktuellen Umsatzsteuerbescheides (mit geschwärzten Beiträgen) sowie eine Kopie der Gewerbeanmeldung bzw. des Handelsregisterauszugs.

Durch die Bestätigung der Übernahme der Steuerschuldnerschaft (§13 UStG) verpflichtet sich der Leistungsempfänger (Käufer) die durch den Kauf entstehende Steuer ordnungsgemäß nach §13 UStG bei seinem Finanzamt anzumelden und abzuführen.