Papiergold – Vorsicht vor „physical, unallocated assets“ (Goldzertifikate)

Schon seit vielen Jahren übersteigt die Nachfrage nach Gold die tatsächliche Goldproduktion in hohem Maße. Um dennoch „lieferfähig“ zu bleiben haben sich Bullionbanken einen Trick zur Befriedigung der Nachfrage ausgedacht. Dazu benötigen sie lediglich einen Trading Desk an der Comex in New York und einen Sitz bei der LBMA in London.  Bullionbanken erhalten so die Möglichkeit der Herausgabe von nichts anderem als Papiergold, das in Form von Futures gehandelt wird und den Markt stark verzerrt.

Kauft ein Kunde nun bei einer solchen Bullionbank Goldzertifikate erhält dieser lediglich ein Schriftstück, das den Kauf bestätigt. Man ist also ein Kreditor einer Bank und erhält ein Zertifikat/Kontrakt. Diese Kontrakte zur Lieferung von Gold werden dann in New York in „physical, unallocated asset“ umgewandelt. In den letzten zwei Jahren wurden so 4.444.344 Kontrakte, was etwa 13.820 Tonnen Edelmetall entspricht, „gedruckt“ und an der New Yorker Futuresbörse Comex gehandelt.[1]

Diese Zahl übersteigt die jährliche Minenproduktion um das Vierfache. „Unallocated“ bedeutet hier, dass der Investierende lediglich einen Lieferanspruch auf Gold hat, dieses aber nicht wirklich besitzt. Auf jeden physisch vorhandenen Goldbarren kommt so eine ganze Menge Investoren, wobei die Herausgeber hier anscheinend hoffen, dass Anleger ihr Gold nicht tatsächlich irgendwann ausgehändigt haben wollen.

Fazit dieses Kurzbeitrags:

Man legt sein Geld sicherheitshalber immer in physisch vorhandenes Gold an, das man außerhalb des Bankensystems im eigenen Tresor o.Ä. aufbewahrt. Gleiches gilt natürlich auch für die anderen Metalle dieser Assetklasse.

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[1] Siehe dazu: Beiträge von Craig Hemke, Herausgeber des TF Metals Report und Zahlen der CME Group

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